Wenn das Backup läuft, aber niemand die Lizenz überwacht

Bei einem Backup stehen normalerweise andere Fragen im Vordergrund: Läuft der Backup-Job? Wurden die Daten erfolgreich gesichert? Ist genügend Speicherplatz vorhanden?

Genau solche Punkte überwachen wir bei unseren Kunden zentral.

Bei unseren Microsoft-365-Backup-Installationen fiel uns jedoch eine Lücke auf: Der Zustand der Veeam-Lizenz war nicht Bestandteil unseres zentralen PRTG-Monitorings.

Zentrales Monitoring eines Veeam-Lizenzstatus mit PRTG für ein lokales Microsoft-365-Backup

Eine kleine Lücke im Monitoring

Microsoft-365-Backups betreiben wir teilweise direkt beim Kunden vor Ort. Die Sicherungsinfrastruktur läuft dort lokal, während die Umgebung über die Veeam Service Provider Console (VSPC) verwaltet wird.

Veeam kennt den Zustand der eingesetzten Lizenzen. Für unser zentrales Monitoring verwenden wir jedoch PRTG.

Damit stellte sich die Frage:

Wie bekommen wir den Lizenzstatus aus der Veeam Service Provider Console zuverlässig in PRTG?

Denn Informationen, die nur in einer separaten Management-Konsole sichtbar sind, können im täglichen Betrieb leicht übersehen werden. Unser Anspruch ist deshalb: Wenn etwas unsere Aufmerksamkeit benötigt, soll unser Monitoring uns darauf hinweisen.

Die VSPC-API liefert die Informationen

Die benötigten Informationen sind über die REST-API der Veeam Service Provider Console verfügbar.

Wir haben deshalb ein PowerShell-Script entwickelt, das die Lizenzinformationen über die VSPC-API abfragt, aufbereitet und als PRTG Advanced XML ausgibt.

Für Microsoft 365 werden unter anderem folgende Werte überwacht:

  • Status der Lizenz
  • Anzahl lizenzierter Units
  • Anzahl verwendeter Units
  • Status des automatischen Lizenzupdates

Die Bewertung übernimmt anschliessend PRTG. Ist eine Lizenz ungültig oder werden mehr Units verwendet als lizenziert, kann der Sensor entsprechend auf Fehler wechseln.

Damit müssen wir den Lizenzstatus nicht mehr manuell kontrollieren.

PRTG meldet sich, wenn etwas nicht stimmt.

Aus einer konkreten Lücke wurde eine allgemeinere Lösung

Ausgangspunkt waren unsere Microsoft-365-Backups. Bei der Umsetzung zeigte sich jedoch schnell, dass sich derselbe Ansatz auch für weitere über die VSPC verwaltete Systeme nutzen lässt.

Das Script unterstützt deshalb inzwischen:

  • Veeam Backup & Replication
  • Veeam Agent
  • Microsoft 365
  • Veeam Cloud Connect

Je nach Lizenztyp werden unterschiedliche Werte ausgewertet. Bei Veeam Backup & Replication und Cloud Connect lässt sich beispielsweise zusätzlich die verbleibende Laufzeit einer Lizenz überwachen und rechtzeitig eine Warnung auslösen.

Monitoring statt regelmässig nachschauen

Technisch besteht die Lösung im Wesentlichen aus der VSPC-REST-API, PowerShell und der XML-Schnittstelle von PRTG.

Der eigentliche Nutzen liegt aber darin, eine weitere manuelle Kontrolle aus dem täglichen Betrieb zu entfernen.

Was sich automatisiert überwachen lässt, gehört für uns nach Möglichkeit ins Monitoring. Die Veeam-Lizenzen sind dafür ein gutes Beispiel: Die Information war bereits vorhanden – sie musste nur dort sichtbar werden, wo wir ohnehin den Zustand unserer betreuten Systeme überwachen.

Das dafür entstandene PowerShell-Script haben wir auf GitHub veröffentlicht. Dort finden sich das Script, die benötigten PRTG-Lookups sowie Hinweise zur Einrichtung und zu den unterstützten Lizenztypen.

PRTG-Veeam-VSPC-LicenseStatus auf GitHub