Intel RAID mit PRTG überwachen: VROC und RSTe
Aktualisiert 08.10.2026
Wie lässt sich Intel VROC oder RSTe in PRTG überwachen? Wir haben einen PowerShell-Sensor entwickelt, der Volumes und Laufwerke prüft und die Ergebnisse direkt an PRTG sendet. Das Skript ist öffentlich auf GitHub verfügbar.

Ein Server kann erreichbar sein und Anwendungen zuverlässig bereitstellen, obwohl bereits ein Laufwerk im RAID ausgefallen ist. Deshalb gehört für uns neben der Verfügbarkeit auch der Zustand des Speichers ins zentrale Monitoring.
Nach unserer Lösung für Broadcom MegaRAID haben wir zunächst ein PowerShell-Skript für Intel VROC entwickelt. Inzwischen unterstützt das Projekt auch ältere Intel-RSTe-Systeme und trägt deshalb neu den Namen PRTG-IntelRAID.
Damit können wir beide Intel-RAID-Technologien in PRTG überwachen. Die Skripte laufen lokal auf dem jeweiligen Windows-Server und übertragen die Ergebnisse an einen HTTP Push Data Advanced Sensor. Eine zusätzliche PRTG-Probe auf dem überwachten Server ist dafür nicht erforderlich.
Intel VROC und RSTe: zwei Wege zum RAID-Status
Je nach Intel-RAID-Technologie unterscheiden sich die verfügbaren Schnittstellen. Deshalb enthält das Repository zwei separate Skripte mit den jeweils passenden Aufgabenplanungs-Vorlagen und PRTG-Lookups.
Intel VROC: Datenabfrage über die Intel VROC CLI
Für Intel VROC verwendet das Skript das Herstellerwerkzeug IntelVROCCli.exe. Es liest die bereitgestellten RAID-Daten aus, wertet die Zustände aus und bereitet die Ergebnisse als PRTG-XML auf.
Überwacht werden folgende Werte:
- Anzahl der erkannten Controller
- Anzahl der RAID-Volumes und Volumes mit Fehlerstatus
- Anzahl der physischen Laufwerke und Laufwerke mit Fehlerstatus
- Anzahl der Array-Mitglieder
- Anzahl der Spare-Laufwerke
Volume- und Laufwerkszustände, die von Normal abweichen, werden in dieser Variante als Fehler gewertet. Auffällige Volumes und Laufwerke werden zusätzlich im Sensortext aufgeführt.
Intel RSTe: auch ältere Systeme zentral überwachen
Die Erweiterung für Intel Rapid Storage Technology enterprise (RSTe) richtet sich an ältere Installationen. Hier liest das Skript die Speicherzustände über die installierten Intel-PSI/PSIClient-.NET-Komponenten aus.
Neben Controllern, Volumes, physischen Laufwerken, Array-Mitgliedern und Spare-Laufwerken erfasst die RSTe-Variante auch Volume-Warnungen und Bad Blocks.
Dabei unterscheidet sie zwischen laufenden Vorgängen und Fehlerzuständen: Ein Rebuild, eine Verifizierung, Synchronisierung oder Migration eines Volumes wird als Warnung gemeldet. Andere nicht normale Volume-Zustände sowie nicht normale Laufwerkszustände werden als Fehler gewertet. Gemeldete Bad Blocks führen ebenfalls zu einem Fehlerstatus.
Das RSTe-Skript liest das Intel-Speichermodell aus. Es führt keine Aktionen zum Erstellen, Löschen oder Ändern von RAID-Konfigurationen aus.
So gelangen die Messwerte nach PRTG
Beide Skripte senden ihre Ergebnisse direkt an einen HTTP Push Data Advanced Sensor. Die regelmässige Ausführung erfolgt über die Windows-Aufgabenplanung, beispielsweise alle fünf Minuten.
Eigene PRTG-Lookups sorgen dafür, dass die Fehlerzähler und bei RSTe auch die Warnungszähler den passenden Sensorstatus auslösen. Die benötigten Dateien sind im Repository enthalten.
Zusätzlich sollte PRTG den Sensor auf Down setzen, wenn für ungefähr zehn Minuten keine Daten eintreffen. So bleibt auch ein Ausfall des Servers, der geplanten Aufgabe oder der Verbindung zu PRTG nicht unbemerkt.
Was bei der Einrichtung wichtig ist
- Intel VROC: Die Intel VROC CLI muss installiert und für das Skript erreichbar sein.
- Intel RSTe: Die Intel-Management-Komponenten müssen installiert sein. Das Skript benötigt einen frischen 32-Bit-Prozess von Windows PowerShell 5.1.
- Berechtigungen: Die Abfrage benötigt Administratorrechte beziehungsweise eine entsprechend konfigurierte Ausführung als SYSTEM.
- PRTG-Lookups: Die passenden Lookup-Dateien sollten vor der ersten Übertragung installiert und in PRTG neu geladen werden.
- Übertragung: Wenn verfügbar, sollte HTTPS verwendet werden. Die Push-URL enthält einen geheimen Token und gehört weder in öffentliche Repositories noch in Protokolldateien.
Die Skripte benötigen keine fest hinterlegten Volume-Namen, RAID-Level oder Laufwerksanzahlen. Trotzdem muss die Kompatibilität mit der jeweiligen Intel-Installation vor dem Einsatz geprüft werden. Dafür bieten beide Skripte einen -DryRun-Modus, der die Abfrage ausführt und das erzeugte PRTG-XML ausgibt, ohne Daten zu übertragen.
Mit welchen Konfigurationen wurde getestet?
Im Repository sind folgende getestete Konfigurationen dokumentiert:
- Intel VROC SATA 9.4.0.10037 mit Intel VROC CLI 9.4.0.10037
- Intel RSTe 5.5.4.1036 mit Intel-PSI/PSIClient-Management-Komponenten sowie RAID1- und RAID5-Volumes
- PRTG HTTP Push Data Advanced Sensor
Diese Tests sind keine allgemeine Kompatibilitätszusage für sämtliche Intel-RAID-Produkte und Versionen.
Warum der RAID-Zustand ins Monitoring gehört
Ein RAID kann je nach Aufbau den Ausfall einzelner Laufwerke überbrücken. Dadurch bleiben Anwendungen häufig verfügbar, obwohl die Redundanz bereits eingeschränkt ist.
Genau darin liegt die Gefahr: Wird der erste Defekt nicht erkannt, kann ein weiterer Ausfall zum Verlust des RAID-Verbunds führen. Eine reine Prüfung der Server-Erreichbarkeit reicht deshalb nicht aus.
Mit der Einbindung in PRTG werden auffällige Speicherzustände zentral sichtbar und können über die bestehende Benachrichtigungskonfiguration gemeldet werden. Ein RAID ersetzt dabei weiterhin kein Backup.
Skripte und Einrichtungsanleitung auf GitHub
Wir stellen die Lösung öffentlich zur Verfügung, damit auch andere Administratoren sie einsetzen und weiterentwickeln können. Das Repository enthält die PowerShell-Skripte für VROC und RSTe, passende PRTG-Lookups, Aufgabenplanungs-Vorlagen und eine Anleitung zur Einrichtung.
PRTG-IntelRAID auf GitHub:
https://github.com/TS-Steff/PRTG-IntelRAID
Monitoring für neue und bestehende Infrastruktur
In Kundenumgebungen stehen unterschiedliche Servergenerationen im Einsatz. Für uns gehört deshalb auch die bestehende Infrastruktur in eine zuverlässige Überwachung.
Mit PRTG-IntelRAID können wir sowohl Intel VROC als auch ältere RSTe-Installationen in unser zentrales Monitoring einbinden. Wo passende Standardsensoren fehlen, ergänzen wir die Überwachung mit eigenen Lösungen.